Restaurierung
Am 9. September 2019 habe ich das Auto in der Schweiz gekauft. Es gab zwei Vorbesitzer und wurde vermutlich vom Vorbesitzer mehr schlecht als recht gepflegt. So kam es, dass einige Mängel zum Vorschein kamen und diese und jene Reparatur anfiel. Auch der Motor schien nicht so zu laufen, wie er sollte. So entschloss ich mich im Winter 2020, das Auto zu zerlegen und hatte die Idee, im Sommer 2021 die ersten Runden drehen zu können. Aber wie es bei solchen Projekten der Fall ist, steckt der Teufel im Detail und es kommt anders als gehofft. In diesem Fall war es vor allem die Corona-Krise, welche den Zeitplan erheblich strapaziert hat. Weiter konnte ich nur abends und an den Wochenenden am Auto arbeiten – und dies grösstenteils in einer unbeheizten Tiefgarage.
Also starteten Bruno und ich am 29. Dezember 2020 mit dem Ausbau des Motors. Weil ja kein Weltrekord gebrochen werden musste, gönnten wir uns zwischendurch ein Bierchen mit Rückblick auf unsere Flegeljahre in den 80er-Jahren. So hatten wir nie Durst und immer etwas zum Lachen. Die Details möchte ich hier lieber nicht preisgeben; so bleibt das Wissen weiterhin unter den Teilhabenden. Darum dauerte es rund zwei Monate, bis der Motor auf einer Palette stand und zur Abholung nach Zürich bereit lag.
Am 8. Februar 2021 wurde der Motor im Kofferraum meines Volvos zu einem Motorenbauer in der Schweiz transportiert. Die Schwerpunkte der Auslegung lagen bei:
- der Reise um und durch Europa
- gutes Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen und gutes Durchzugsvermögen
- einer leichten Leistungssteigerung
- Auslegung auf bleifreies Benzin
Bei diesen Arbeiten hat uns die Corona-Krise einen grossen Strich durch die Rechnung gemacht und die angestrebten Termine lösten sich in Luft auf. Zu den durchgeführten Arbeiten am Motor gehörten im Wesentlichen:
- Nitrieren und Feingewichten der Kurbelwelle
- Design und Herstellung von Laufbuchsen, Woessner-Kolben und den H-Pleueln
- Optimierung der Ansaug- und Auslasskanäle
- neue Nockenwelle
- Austausch von Ventilen, Ventilführungen und Sitzen, um den sicheren Betrieb mit bleifreiem Benzin zu gewährleisten
Der Motor wurde nach diesen Arbeiten wieder zusammengebaut und schliesslich auf dem Prüfstand feinjustiert.
An der Karosserie musste nicht allzu viel gearbeitet werden. Im Wesentlichen wurden
- der Motorraum frisch lackiert,
- Lackierung von der Front ausgebessert,
- einige Rostlöcher im Unterboden repariert,
- der Innenraum neu aufgebaut und das Armaturenbrett inklusive eines zeitgemässen Radio-/Tonbandsystems ersetzt.
So wurde es August 2022, bis der Motor wieder eingebaut wurde. Mit viel Fingerspitzengefühl wurde dieser samt Getriebe in einem Arbeitsgang eingehoben und montiert. Am 3. September 2022 kam der grosse Showdown und der Motor wurde das erste Mal im eingebauten Zustand gestartet. Nach ein paar Testfahrten, Kleinarbeiten und einer Vergaserreinigung kam das Auto am 15. September 2023 nochmals auf den Prüfstand; die Einstellungen wurden nochmals überprüft und ein Leistungslauf durchgeführt.
Bis 2025 habe ich das Auto gründlich getestet und musste leider feststellen, dass das Ansprechverhalten vom Motor nicht meinen Erwartungen entsprach. Das Anfahren am Berg war sehr kupplungsintensiv und der Motor lief untenherum unruhig.
Nach langen und intensiven Recherchen bin ich auf die Firma Formula GT gestossen. Peter Praller hat dann einige Schwachstellen ausgemerzt und den Auspuffkrümmer, die Nockenwellen, Ventile und Distanzscheiben optimiert.
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei allen Beteiligten bedanken, insbesondere bei der Firma DUKO in Sevelen (SG). Ohne die Unterstützung von Bruno und Michael wäre das Projekt zum Scheitern verurteilt gewesen. Ein Dank geht auch W. Stäuble von der Firma Duss GmbH in Buchs (SG) sowie Formula GT in München, welcher den Motor zu meiner vollsten Zufriedenheit optimierte.
Das Auto ist nun bereit für lange Fahrten und hoffentlich viele Erlebnisse.
Siehe Ressourcen – DUKO, Formula GT, Duss GmbH






